Kommunikation als Aussaat-Versuch

(Bezug: Mt 13, 1–23 o. 1-9: Gleichnis vom Sämann)

Die Herzen der Menschen zu erreichen, ist gar nicht so einfach.

Auch und gerade als Eltern versuchen wir, unseren Kindern klar zu machen, wie wichtig, wie notwendig, wie gefährlich, wie ungesund oder wie zerstörerisch verschiedene Verhaltensweisen oder auch Denkweisen sein können.

Oft haben wir dann den Eindruck man bekommt schon Fransen an die Lippen, so oft, wie wir diese Dinge immer wieder wiederholen müssen.

Und bleibt etwas davon hängen?

Nimmt sich das Kind diese Dinge wirklich zu Herzen?

Nun, in der Regel können wir das auf die kurze Frist schlecht beurteilen.

Sicher, manches wird vielleicht gleich unterlassen, anderes evtl. nur dann getan, wenn die Eltern nicht da sind oder gerade nicht hinschauen:

Ein tieferes Verständnis für die eigentliche Botschaft ist dann allerdings noch nicht entwickelt worden.

Ob es noch kommt?

Ob es vielleicht irgendwann tief verstanden und dann auch dauerhaft umgesetzt werden wird?

Uns bleibt nur die Hoffnung darauf, dass es irgendwann doch in die tieferen Schichten des Herzens durchdringt, was uns so wichtig ist.

Diese Schwierigkeit ist so alt wie die Menschheit und für alle zwischenmenschliche Kommunikation gültig:

Manche Eheleute werden jetzt vielleicht insgeheim denken, wie begriffsstutzig zuweilen ihre EhepartnerInnen sein können – und das vielleicht schon über viele Jahre.

Mit manchen Kollegen oder Nachbarn, Verwandte oder Bekannte haben Sie sicher auch schon ähnliche Erfahrungen gemacht.

Auch z.B. im Beruf des Psychotherapeuten ist es nicht anders, oder auch ganz besonders bei den Lehrerinnen und Lehrern: Gottlob sind momentan Ferien.

In der Psychologie gilt der Grundsatz, dass jede Kommunikation zwei Hauptkomponenten hat:

Zum einen die Psychohygiene: Ich möchte etwas loswerden, das mich bedrückt, oder was ich eben loswerden möchte.

Zum anderen der Wunsch nach einer irgendwie gearteten Verhaltensänderung beim Gesprächspartner.

Das erste funktioniert in der Regel, die Psychohygiene.

Das zweite meistens nicht.

Jesus selbst hatte vor ca. 2000 Jahren dasselbe Problem:

Die Botschaft wird ebenso unteschiedlich wie mangelhaft aufgenommen, obwohl seine Botschaft wohl die wichtigste Botschaft sein dürfte, die wir in unserem ganzen Leben je zu hören bekommen.

Die Gründe dafür sind damals wie heute dieselben:

Bequemlichkeit, Denkfaulheit, Disziplinlosigkeit, Ablenkbarkeit und so weiter.

Davon haben wir alle mehr oder weniger auch einen Anteil in uns.

Was könnte denn nun dazu führen, dass wir treuer, disziplinierter, motivierter zuhören und uns an die Regeln halten?

Nun, wir müssen verstehen wollen.

Und uns zurücknehmen mit unseren Denkmustern, unseren Vorstellungen, wie es denn nun richtig sein soll.

Wir sollen von unserer Selbstbezogenheit lassen und aufnehmen, was von außen an uns herangetragen wird.

Selbstentäußerung nennt man das auch.

Das ist nicht einfach, denn es kann auch Angst machen, die eigenen inneren Regeln einmal zunächst zurückzuhalten und wirklich verstehen zu wollen, was der oder die Andere meint, denkt, fühlt etc.

Und dann ist die Botschaft Jesu ja auch noch von ganz anderer Art:

Es geht ja in seiner Gottesreich-Verkündigung nicht um das Anpreisen einer neuen Ideologie oder einer neuen politischen Richtung.

In seiner Botschaft geht es um ganz grundsätzliche und wesentliche Dinge.

Es geht um die Einladung, die Welt, das Leben, Alles was ist, in einem ganz anderen Lichte zu sehen: Vom Reich Gottes her.

Es geht darum, dass unsere Sichtweisen kurz, vorläufig, zeitgebunden, unvollständig und voller Missverständnisse sind.

Es geht darum, den kompletten Bezugsrahmen unseres Seins verändern zu lassen, durch ein vollständiges vertrauensvolles Sich-Einlassen auf die Liebe Gottes. Ohne Vorbehalte und immer.

Geht diese Saat in uns auf?