Gibt es gute Grenzen?

Gibt es gute Grenzen?

Die Grenze scheint die Gegenspielerin der Freiheit zu sein, wenn man unsere öffentliche Diskussion oberflächlich wahrnimmt. Grenzen fordern in der Regel immer die bösen Rechten (Konservative haben das früher auch getan, aber diese scheint es ja gar nicht mehr zu geben), die guten Linken fordern das Niederreißen jeglicher Begrenztheit.

Damit wären die Rollen verteilt: Die linken Protagonisten sind jeweils modern (seit Ewigkeit) und die rechten Standhalter versuchen zu retten, was sich als bewährt erwiesen hat – und stehen damit dem aufbegehrenden Menschenwesen entgegen, welches sich seit seinen Anfängen gegen die göttliche Begrenztheit wehrt und selber Gott werden/sein will: unbegrenzt.

Insofern ist dieses Spiel in Wahrheit bereits so alt wie die Welt.

Wenn sich dann manche Menschen an die Macht herangeschlichen haben und möglichst viele Dummkopf*innen hinter sich gebracht haben, machen sie es allerdings – man staunt – genau wie der Allmächtige: Sie entziehen sich in einen separaten Machtraum und – JA: Sie erlegen den kleinen Untertanen Grenzen auf! Schließlich kann ja nicht jeder machen was er will, das muss ja geregelt werden. Und Schwupps: sind wir in einem neuen Totalitarismus. Kann schnell gehen, so etwas.

Und dann kommt, was kommen muss: eine neue Revolution. Und dann geht das Spiel der „Animal-Farm“ (George Orwell) wieder von vorne los.

Für die kleinen normalen Mitmenschen ist da durchaus sinnvoll, sich einmal etwas zurückzulehnen und sich zu fragen, vor welchen/wessen Karren man aktuell gerade gespannt werden soll. Das könnte vieles klarer machen.

Der aktuelle Karren heißt übrigens „The Great Reset“, vorgedacht von Herrn Klaus Schwab (WEF, dt. Welt-Wirtschaftsforum), sein Buch, in dem alles Weitere zu lesen ist, heißt: „COVID 19 – The Great Reset“. Darin steht ein Plan zur Verbesserung der Welt. Nicht mehr und nicht weniger. Nur dass es diesmal der weltgeschichtlich erste globale Plan ist. Und dass diesmal die gesamte Hochfinanz dahinterzustehen scheint: Offenbar erscheint es besser, die Revolutionen vorwegzunehmen, als sie „unkontrolliert“ geschehen zu lassen.

Meine Vermutung vor dem Hintergrund der bisherigen Menschheitsgeschichte:

Ja, sie werden erfolgreich sein, sie werden die Menschen versklaven, damit Frieden und (Un-) Freiheit herrsche, die Menschen zur Masse vereinheitlichen, eine Weltregierung und eine (digitale) Weltwährung einführen etc.

Und dann wird alles krachend scheitern und die Welt steht vor einem globalen Scherbenhaufen.

Kann man übrigens alles nachlesen im letzten Buch der Bibel. Es bleibt also nicht die Verzweiflung, die allerdings hochkommen könnte, wenn man sich die Entwicklungen unserer Tage genauer anschaut, sondern die Hoffnung auf die Wahrheit, dass alle „Bäume nicht in den Himmel wachsen“.

Ein weiterer Gedanke zum Thema Grenzen:

In einer Gemeinschaft von Gleichen fühlt sich der Mensch kulturell geborgen. Nicht ohne Konflikte, aber beheimatet. Die Grenze dieses Kulturraumes liegt „außen“, also zeigt uns das Anderssein der Anderen. Wenn nun, wie von Herrn Schwab angedacht unsere „biologischen, psychischen und digitalen Identitäten verschmelzen“ sollen, dann werden wir äußerlich betrachtet durchaus zu dieser spirituell-kulturellen-wirtschaftlichen Menschen-Matschepampe, aber keiner fühlt sich mehr frei, weil jeder sein eigener Kulturraum sein muss. Die Grenze liegt nun nicht mehr außerhalb der Gruppe der Gleichen, weil es diese Gruppe nicht mehr gibt, sondern direkt am eigenen Vorgarten. Wenn eine weitere These von Schwab dann eintrifft („Wir werden nichts mehr besitzen und wir werden damit glücklich sein.“), dann wird unsere Haut die letzte Grenze sein, die uns noch umgeben wird.

Nach aller Erfahrung jedes Einzelnen und der menschlichen Gesellschaft geht das aber nicht gut. Es wird zu Aufständen und Unruhen kommen, weil der Mensch auf kulturelle Gesellschaft abonniert ist.

Kurzum: Der Wahnsinn wird uns noch eine Weile erhalten bleiben und auch eskalierende Schaumkrönchen aufweisen, aber am Ende wird alles gut.

– So glauben und hoffen wir.