Ich

Trinitätsikone

Ich

Ich ist Identität.

Ich ist Bewusstsein von: Ich bin da.

Bewusstsein ist Erkenntnis von Seele-haben und Seele-sein.

Ich bin mehr als die Summe meiner Teile.

Ich bin irgendwie und irgendwo in mir drin und ein wenig auch um mich herum.

Ich bin, weil ich irgendwie weiß, dass es mich gibt. Ich weiß also, dass es mich gibt, weil ich irgendwie Beziehung zu mir selber habe.

Ich bin meiner bewusst, weil ich mir selber auch gegenüber bin. Und in mir selbst doch immer ich.

Gleichzeitig Ich-selbst, Ich-gegenüber und das Dazwischen. Wie die Trinität – die eine Gottheit in den drei Personen.

Ich kann mich selbst nur schlecht beschreiben. Am besten geht das ja als Aufzählung von äußerlichen Merkmalen.

Was und wer bin ich eigentlich, wenn ich ´mal die Angaben aus dem Personalausweis weglasse?

Ich bin ein Konglomerat aus Gefühlen, Fähigkeiten, Vorlieben, Eigenheiten und biographischen Dispositionen.

Alles Dinge, die ich nicht im Wesen fotografieren kann.

Ich weiß das alles über mich – und doch bin ich immer wieder erstaunt über mich selbst und habe das Gefühl, mich doch noch gar nicht wirklich gänzlich verstanden zu haben. Ich bleibe mir selbst ein Rätsel.

Aus dem brennenden Dornbusch hört Mose Gottes Antwort auf seine Frage, was er dem Volk sagen solle, wer Gott denn sei: Ich bin „der Ich-bin-da“. Das umfassende Bewusstsein.

Unsere Gottähnlichkeit bezieht sich im Gegensatz zur Tierwelt in besonderer Weise auf diese Tatsache: Wir sind Gott darin ähnlich, bewusst zu sein. Wir sind Wissen. Wissen um uns selbst.

Wir haben Anteil am unendlichen Bewusstsein. Wir sind es selbst. Dieses Bewusstsein ist nicht der Zeit unterworfen.

Durch dieses Bewusstsein, in diesem Bewusstsein und mit diesem Bewusstsein wird uns die Beseeltheit der Schöpfung offenbar.

Und wir dürfen das alles erleben und wissen.

Irre.

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