Deutschland auf dem Weg in ein neues „Biedermeier“?

Deutschland auf dem Weg in ein neues „Biedermeier“?

(Eine prophetische Vision, erwachsen aus aktuellen Entwicklungen)

In einer Zeit, da sich die kulturellen Formen aufzulösen scheinen, da sich traditionelle kulturelle Formen massiver politischer Polemik ausgesetzt sehen – bis hin zur Diffamierung –, in einer solchen Zeit wirkt die hier beschriebene prophetische Vision ganz sicher deplaciert.

Und dennoch: Wir finden aktuell so einige Hinweise auf eine tieferliegende kulturelle Sehnsucht in der deutschen Seele, welche die aktuellen politischen Strömungen nur verdecken, aber nicht auslöschen können.

Gemeint ist die Sehnsucht gemäß der deutschen Natur-Romantik, welche vor ungefähr 200 Jahren ihre Entwicklung begann und sich bis zur vorletzten Jahrhundertwende entwickeln sollte. Diese Entwicklung – ausgehend im Vormärz, dem Zeitalter der Restauration nach den Befreiungskriegen – führte die Bevölkerung in eine stillere, kleinteiligere und familienzentrierte kulturelle Lebensform, eben bis in die sprichwörtliche Kleinbürgerlichkeit des Biedermeier.

Sicher, bis zu einer spürbaren Ausformung wird es noch einige Jahre brauchen, aber es mehren sich Hinweise auf ein Wiedererstehen dieser Sehnsucht.

Getragen wird dieser Trend zur neuen Kleinbürgerlichkeit durch die Verschreckung der aktuell jungen bürgerlichen Erwachsenen durch die Bedrohung und Verwischung klarer kultureller Orientierungspunkte. Der politische Versuch, Mischkulturen zu haltbaren Formen bürgerlichen Zusammenlebens zu erzwingen, erweist sich immer mehr als gescheitert.

Diese neue Orientierung am romantischen Idyll etwa des deutschen Waldes wird dabei ganz gewiss nicht von ganzen Generationen in einheitlicher Form aufgenommen. Die hier beschriebene Vision bezieht sich ganz explizit in der Hauptsache auf die jungen Erwachsenen der bürgerlichen und bildungsbürgerlichen deutschstämmigen Bevölkerung.

Interessanterweise sammelt sich diese Gruppe nicht etwa in einer definierten politischen Partei oder Organisation, sondern wir finden ihre Spuren in ganz unterschiedlichen und sogar politisch gegnerischen Positionen.

Zum einen finden wir die Bestrebungen hin zu einer sicherheitsstiftenden kulturellen Einheit in der sogenannten Identitären Bewegung der politischen Rechten. Aber wir finden den gleichen Kern etwa bei den militanten Umweltschützern und Natur-Aktivisten. Vor allem aber in derjenigen Generation, die aktuell Kinder bekommt oder darüber nachdenkt, Kinder zu bekommen. Natürlich mit der dazugehörigen Überlegung, in welcher Umgebung diese Kinder denn am vorteilhaftesten aufwachsen könnten.

Nachweisbar beginnt in unseren Tagen der politisch intendierten Undifferenzierung (Gender, Migration, etc.) und der Regelungen bezüglich Ansteckungskrankheiten gerade eine besondere faktische Differenzierung der Bevölkerung z.B. im Investitionsverhalten, insbesondere auch in einer Zeit der inflationären Geldmengenausweitung und der schwindenden realen Wertschöpfungsfähigkeit weiter Teile der Bevölkerung. Hinzu kommt die schwindende Glaubwürdigkeit der etablierten Medien genauso, wie die Glaubwürdigkeit der neuen und unabhängigen Medien. Und natürlich die schwindende Glaubwürdigkeit der selbsternannten politischen Einflussnehmer. Was bleibt ist die unverrückbare Wahrheit der Natur.

Aktuell nehmen wir die weitsichtige Investitionsneigung in Sachwerte zur Kenntnis. Dabei wird allerdings der Trend sichtbar, dass junge Familien aus den Räumen größerer Städte auch eher Immobilien im ländlichen Raum suchen. Das soll wohl zum einen der größeren Freiheit dienen, wenn die Bewegungsfreiheiten politisch eingeengt werden sollten, aber eben auch der natürlicheren und gesünderen Entwicklungmöglichkeiten der eigenen Kinder.

So ist es nur konsequent, wenn wir bei der Entwicklung der Immobilienpreise gerade unterschiedliche Bewegungen feststellen können: Während die Immobilienpreise im Ganzen immer noch hoch sind und teilweise weiter steigen, fallen bereits einige Anlagemöglichkeiten im städtischen Raum, besonders bei den Gewerbe- und Büro-Immobilien.

Am Ende könnten wir dann feststellen, dass sich kulturelle Mischung und Verschmelzung nicht letztlich herstellen lässt, sondern dass sich unterschiedliche Kulturen auch regional faktisch differenzieren.

Zugegeben, diese Gedanken sind pure Hochrechnung.

Und vielleicht ein Traum?